Deutschland: Kraftstoffpreise steigen wegen Iran-Konflikts deutlich (German News)

Deutschland: Kraftstoffpreise steigen wegen Iran-Konflikts deutlich (German News)

Voice Of People, London, 6 March : 

Aufgrund der anhaltenden Spannungen und Kämpfe im Iran und im Nahen Osten sind die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland innerhalb weniger Tage stark gestiegen. Die Kämpfe haben die Ölproduktion in mehreren Ländern sowie wichtige Lieferwege erheblich beeinträchtigt.

Nach Angaben des deutschen Automobilclubs ADAC lag der durchschnittliche Dieselpreis am Mittwochmorgen bei etwas über 2 Euro pro Liter. Auch der Preis für Benzin näherte sich im Durchschnitt der 2-Euro-Marke pro Liter. Das entspricht mehr als 7,50 US-Dollar pro Gallone.

Seit den Angriffen auf den Iran am vergangenen Samstag herrscht große Unsicherheit auf dem Ölmarkt. In mehreren Ländern wurde die Ölproduktion eingeschränkt, und der Transport durch die Straße von Hormus, über die normalerweise etwa 20 Prozent der weltweiten Ölexporte laufen, gilt derzeit als gefährlich oder teilweise unmöglich.

In Deutschland sind die Preise an Tankstellen morgens normalerweise höher, da viele Pendler dann tanken. Doch seit Montag, als die Störungen in der Ölversorgung deutlicher wurden und der Geschäftsbetrieb in Europa nach dem Wochenende wieder anlief, sind die Preise deutlich gestiegen.

Noch vor etwa einem Monat lag der Dieselpreis pro Liter fast 20 Prozent niedriger, während Benzin mehr als 15 Prozent günstiger war. Die aktuellen Preise liegen zwar noch unter dem Höchstniveau von März 2022, kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, nähern sich diesem jedoch wieder an.

Der ADAC warnte außerdem davor, dass es an Tankstellen zu langen Warteschlangen kommen könnte, da viele Autofahrer aus Angst vor weiteren Preissteigerungen ihre Fahrzeuge schnell noch einmal volltanken wollen.

Frankreich erwägt Preisregulierung

Die französische Regierung erklärte am Mittwoch, sie werde bei Bedarf Preisobergrenzen für Kraftstoff einführen, um sicherzustellen, dass die Preissteigerungen im Rahmen bleiben.

Wirtschaftsminister Roland Lescure sagte im Radiosender Franceinfo, dass der derzeitige Preisanstieg um einige Cent angesichts der höheren Rohölpreise „normal“ sei. Derzeit sehe die Regierung jedoch keinen Anlass für umfassende Eingriffe. In mehr als 97 Prozent des Landes gebe es keine Versorgungsprobleme.

Er rief die Verbraucher dazu auf, ruhig zu bleiben und keine Panikkäufe zu tätigen.

Auch in anderen Ländern steigt die Nachfrage

Auch in mehreren europäischen Ländern wie Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Spanien versuchen Autofahrer derzeit verstärkt, ihre Fahrzeuge zu betanken, da auch dort steigende Preise befürchtet werden.

In einigen asiatischen Ländern ist die Lage noch angespannter, insbesondere dort, wo die Wirtschaft stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig ist.

Ein Beispiel ist Myanmar, das laut Angaben aus dem Jahr 2024 rund 90 Prozent seines Treibstoffs importiert. Wegen sinkender Vorräte bildeten sich dort am Mittwoch lange Schlangen an Tankstellen.

Die Militärregierung kündigte an, ab nächster Woche private Fahrzeuge nur noch jeden zweiten Tag fahren zu lassen, abhängig von der Endziffer ihres Kennzeichens. Nach offiziellen Angaben verfügt das Land derzeit über Treibstoffreserven für etwa 40 Tage.

Auch in den USA sind die Kraftstoffpreise gestiegen. Laut der American Automobile Association liegt der durchschnittliche Preis für eine Gallone Benzin derzeit bei 3,19 US-Dollar, während er vor einer Woche noch 2,98 Dollar betrug.